Unfassbar: Warum rassistische Werbung immer noch verbreitet ist

Ich könnte es mir an dieser Stelle einfacher machen und das Thema ruhen lassen. Aber das will ich nicht. Denn Rassismus geht uns alle an und ist leider immer noch tief in unserer Gesellschaft verankert. Rassistische Werbung ist ein Abbild dessen.

Es ist unglaublich, dass selbst heutzutage Werbung mit rassistischen Inhalten veröffentlicht wird. Jedes Unternehmen achtet tunlichst auf sein Image und doch passieren in der Unternehmenskommunikation immer wieder Dinge, die mich eher an eine finstere Vergangenheit erinnern.

Beispiele gefällig? Den jüngsten Affront verursachte Volkswagen mit einem Video. Zuschauer sehen darauf, wie ein schwarzer Mann von einer weißen Hand weggeschnipst wird. Begleitet wird dieses Bild von einem Schriftzug, den Beobachter bestenfalls als missglückt bezeichnen könnten. Und den Ausdruck „missglückt“ verwende ich hier lediglich, weil ich freundlich bin.

Solche Zusammenhänge sind kein Fehler. Sie sind schlichtweg rassistisch. Aber nicht nur VW hat Aufsehen erregt. Rassistische Werbung gibt es auch bei anderen Marken. Zum Bespiel die Modekette Zara…

Dieses mittlerweile berühmte Oberteil wurde als Streifenshirt vom Typ Sheriff bezeichnet. Sorry, aber der Bezug zur KZ-Häftlingskleidung ist hier weder mutwillig, noch übertrieben.

Aber immerhin gibt es auch ethische Unternehmen wie den Smoothie-Hersteller True Fruits. Obwohl…

Ein letztes Beispiel sei hier noch erwähnt:

Es ist mir an dieser Stelle zu müßig, zu erklären, warum diese Werbe-Bilder rassistisch sind. Viel interessanter erscheint mir die Frage, wie so etwas passiert.

Wo liegt der Grund für rassistische Werbung?

Ich glaube nicht, dass sich Vorstände in großen Unternehmen für rassistisch halten. Solche Bilder werden von Marketing-Abteilungen oder auch Agenturen entworfen und dann durchgewunken. Vielen Menschen fehlt es an dieser Stelle an Sensibilität. Aber woran liegt das?

Die Frage ist einfach zu beantworten: Rassismus ist weiter verbreitet, als viele annehmen. Und rassistische Bilder spiegeln sich unmittelbar in Werbung wider – denn auch Werbung ist letztlich ein Abbild unserer Gesellschaft.

Die Grenze zu gewolltem Humor ist dabei fließend.

Im Privaten sowie im Geschäftlichen spiele ich selten den Moralapostel. Aber unsere Verantwortung als Marketer liegt auch darin, rassistische Vorurteile nicht zu bestätigen. Hier müssen wir aktiv an uns selbst arbeiten und uns auch in dieser Hinsicht immer hinterfragen. Einige Unternehmen wissen das und setzen zum Beispiel auf Anti-Rassismus-Trainings in ihrer Belegschaft.

Warum Kommunikations-Dienstleister für das Thema sensibilisiert sein müssen

Ich halte solche Coachings in meiner Rolle als Marketer für enorm hilfreich. Sie helfen uns, rassistische Vorannahmen zu entdecken und uns selbst immer wieder zu reflektieren.

Das ist nicht nur für Unternehmen wichtig, die rassistische Werbung vermeiden wollen – sondern auch wegen unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Marketing ist heute komplexer geworden. Lange Zeit haben viele Spots sexistische oder rassistische Vorurteile abgebildet.

Aber unsere Gesellschaft befindet sich zum Glück im Wandel. Auch Werbung muss sich daran anpassen. An vielen Bildern in den vergangenen Jahren zeigt sich, dass dieser Wandel dringend erforderlich ist.

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